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Lipödem

Die Beine und Arme werden immer dicker und bereiten den Betroffenen oft große Schmerzen. Die Rede ist vom Lipödem, das für eine krankhafte Fettvermehrung verantwortlich ist. Obwohl allein in Deutschland Millionen Menschen betroffen sind, wird die Erkrankung von Ärzten häufig nicht erkannt. Wir erklären Ihnen, wie sich das Lipödem äußert und was Sie tun können, um eine Diagnose zu erhalten.

Lipödem: Was ist das?

Das Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die vor allem die Hüften, das Gesäß und die Beine, aber auch die Arme von Frauen betrifft. Das Unterhautfettgewebe vermehrt sich und lagert sich symmetrisch an diesen Körperpartien an. Rumpf, Hände und Füße sind beim Lipödem nicht betroffen. Erkranken können sowohl schlanke als auch fettleibige Frauen. Am häufigsten tritt die Störung erstmalig zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf.

Lipödem-Typen

An welchen Stellen sich die Fettzellen vermehren, ist von Frau zu Frau verschieden. Entsprechend der betroffenen Körperpartien werden drei Typen unterschieden:

  1. „Reiterhosen“: nur die Oberschenkel

  2. „Säulenbein“: Ober- und Unterschenkel

  3. „Suavenhosen“: Hüften, Ober- und Unterschenkel einschließlich der Knöchel

Lipödem: Anzeichen der Fettverteilungsstörung

Wie macht sich das Lipödem bemerkbar? Zu den frühen Anzeichen zählen schmerzende und müde Beine, sowie Spannungsgefühle. Diese Symptome treten zunächst bei längerem Stehen oder Sitzen auf. Hohe Temperaturen im Sommer und niedriger Luftdruck verstärken die Beschwerden.

Die Fettzellen an Beinen und Armen vermehren und vergrößern sich. Dadurch kommt es zu sichtbaren Fetteinlagerungen.

Auch die Kapillaren (die kleinsten Blutgefäße) können durch das Lipödem in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie werden durchlässiger. Dies führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Gewebe ansammeln kann. Die Haut wird druckempfindlich und schmerzt. Aufgrund der geschwächten Kapillaren neigen Betroffene vermehrt zu blauen Flecken.

Bleibt das Lipödem unbehandelt, kann es langfristig zu signifikanten Folgeschäden führen. Dazu zählen Fehlstellungen der Gelenke und frühzeitiger Verschleiß aufgrund des zusätzlichen Gewichts. Zudem kann die dauerhafte Belastung die Transportkapazität der Lymphgefäße beeinträchtigen und langfristig zusätzlich ein Lipolymphödem verursachen.

Lipödem: Was sind die Ursachen?

Die Ursachen des Lipödems sind ungeklärt. Da die Erkrankung jedoch ausschließlich Frauen nach der Pubertät betrifft und häufig während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftritt, werden hormonelle Gründe vermutet. Oft sind mehrere Frauen in einer Familie betroffen. Daher wird nicht ausgeschlossen, dass die Erkrankung vererbt werden kann.

Bei Männern tritt das Lipödem äußerst selten auf. Die wenigen bekannten Fälle stehen im Zusammenhang mit starken hormonellen Störungen aufgrund bestimmter Erkrankungen und damit verbundener Medikamenteneinnahme.

Krankheitsverlauf: Dies sind die Lipödem-Stadien

Wie sich die Krankheit entwickelt, ist sehr individuell. Das Lipödem neigt jedoch zu einer Verschlechterung. Manchmal kann es auch zu einem Stillstand kommen, bevor sich die Beschwerden anschließend schubartig verschlimmern. Der Verlauf des Lipödems kann in drei Stadien eingeteilt werden:

  1. Das erste Stadium zeichnet sich durch eine gleichmäßige Verteilung des Fettgewebes aus. Die Hautoberfläche ist noch glatt.

  2. Im zweiten Stadium zeigen sich knotenartige Strukturen im Unterhautgewebe, die sich an der Hautoberfläche in Form von Unebenheiten und Dellen abzeichnen.

  3. Aus diesen Ungleichmäßigkeiten bilden sich im dritten Stadium tiefe Furchen und Überhänge. Diese sogenannten Wammen treten vor allem an den Innenseiten der Oberschenkel und an den Knien auf.

Lipödem: Der lange Weg zur Diagnose

Das Lipödem bleibt häufig lange unerkannt. Betroffene Frauen versuchen zunächst jahrelang mit Sport und erfolglosen Diäten gegen die Gewichtszunahme vorzugehen. Daher sollten Sie schon bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen, der sich mit dem Lipödem auskennt. Hausärzte sind häufig nicht ausreichend geschult. Sogenannte Phlebologen sind die richtigen Ansprechpartner bei einem Verdacht auf Lipödem.

Lipödem oder Cellulite?

Ein geschulter Arzt verfügt über eine Liste typischer Anzeichen, mit denen Lipödeme von anderen Erkrankungen und Fettverteilungsstörungen abgegrenzt werden kann, zum Beispiel:

Abgrenzung zur Lipohypertrophie: Bei dieser tritt zwar ebenfalls vermehrt Unterhautfettgewebe auf. Dieses wird jedoch nicht von Schmerzen und Druckempfindlichkeit begleitet.

Abgrenzung zu Adipositas: Gewöhnliches Übergewicht und Fettleibigkeit reagieren auf Diäten. Dies ist beim Lipödem nicht der Fall.

Hilfe bei Lipödem: Dies sind die Behandlungsmöglichkeiten

Da die Ursachen des Lipödems nicht ausreichend bekannt sind, zielt die Therapie vor allem auf die Linderung der Symptome und eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufes ab.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Kompression und Lymphdrainagen, aber auch Bewegung und Sport. Denn wenn das Lipödem auch unabhängig von Bewegung und der Ernährungsweise entstehen kann, hat ein Mangel an körperlicher Betätigung und eine ungesunde Ernährung bei Lipödem Einfluss auf den Verlauf. Auch operative Eingriffe in Form von Fettabsaugungen werden praktiziert. Der Erfolg der Therapie hängt in jedem Fall von einer frühzeitigen Diagnose ab.

Wenn Sie unter schweren Beinen und Schmerzen in den Gliedmaßen leiden, sollten Sie von Ihrem Arzt die Ursachen abklären lassen. Wie Sie sich darüber hinaus selbst helfen können, erklären wir Ihnen im nächsten Beitrag unserer Blockreihe. Freuen Sie sich auf unsere Tipps gegen schwere Beine!